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Ringelblumensalbe selber machen: Rezept mit 3 Zutaten

Getrocknete Blüten, gutes Öl und etwas Bienenwachs – mehr braucht eine Ringelblumensalbe nicht. Ob sie streichfähig und lange haltbar wird, entscheidet sich aber im Detail: im richtigen Öl-Wachs-Verhältnis, in der Wahl zwischen Kalt- und Warmauszug und in sauberem, wasserfreiem Arbeiten.

AH
Alpenheil-Redaktion
Aktualisiert am 9. Mai 2026 · 7 Min. Lesezeit
Selbstgemachte orangefarbene Ringelblumensalbe in einem Glastiegel neben frischen Calendulablüten und Bienenwachs
Aus getrockneten Blüten, Öl und Bienenwachs entsteht eine streichfähige Salbe · Aufnahme zur Illustration

Eine Ringelblumensalbe selbst zu rühren ist einfacher, als viele denken – und braucht tatsächlich nur drei Zutaten. Der Unterschied zwischen einer schön streichfähigen, monatelang haltbaren Salbe und einer krümeligen oder schnell verderbenden Masse liegt allerdings genau in den Punkten, die die meisten Rezepte weglassen: im präzisen Verhältnis von Öl zu Bienenwachs, im Unterschied zwischen Kalt- und Warmauszug und in einer konsequent wasserfreien Arbeitsweise, damit die Salbe keimarm und lange haltbar bleibt. Dieser Beitrag führt Schritt für Schritt durch das Grundrezept und erklärt, worauf es dabei wirklich ankommt.

Ringelblumensalbe selber machen: das Grundrezept

Das klassische Rezept kommt mit drei Grundzutaten aus: getrockneten Ringelblumenblüten (Calendula officinalis), einem guten Pflanzenöl als Auszugsmittel und Bienenwachs, das die Salbe fest und streichfähig macht. Wer die Haltbarkeit etwas verlängern möchte, kann ein paar Tropfen Vitamin E dazugeben – zwingend nötig ist das nicht.

ZutatMenge (Richtwert)Funktion
Getrocknete Ringelblumenblütenca. 10–15 g (etwa zwei Handvoll)Wirkpflanze, gibt Farbe und Inhaltsstoffe an das Öl ab
Pflanzenöl (Oliven-, Sonnenblumen- oder Mandelöl)100 mlAuszugsmittel und Grundlage der Salbe
Bienenwachs8–12 gmacht die Salbe fest und streichfähig

Schritt für Schritt

  1. Öl ansetzen: Die trockenen Blüten mit dem Öl bedecken – als Kaltauszug über mehrere Wochen oder als Warmauszug im Wasserbad (mehr dazu im nächsten Abschnitt).
  2. Abseihen: Das fertige Blütenöl durch ein feines Tuch oder Sieb giessen und die Pflanzenreste gut ausdrücken. Zurück bleibt ein leicht goldgelbes Öl.
  3. Wachs einschmelzen: Das abgeseihte Öl in einem sauberen Gefäss im Wasserbad erwärmen und das Bienenwachs unter Rühren darin schmelzen lassen.
  4. Gelierprobe: Einen Tropfen der warmen Masse auf einen kalten Teller geben und kurz erstarren lassen. Ist die Salbe zu weich, etwas mehr Wachs einrühren; ist sie zu fest, etwas Öl ergänzen.
  5. Abfüllen: Die noch flüssige Salbe in saubere, trockene Tiegel giessen, offen auskühlen lassen und erst dann verschliessen. Zum Schluss mit Inhalt und Datum beschriften.

Wer lieber eine andere Kräutersalbe ausprobieren möchte, findet mit der Wallwurz-Salbe bei Verstauchungen eine verwandte Anleitung nach demselben Grundprinzip aus Öl und Wachs.

Das richtige Verhältnis von Öl zu Bienenwachs

Hier entscheidet sich die Konsistenz – und genau dieser Punkt fehlt in vielen Rezepten. Als bewährter Richtwert für eine streichfähige Salbe gilt ein Verhältnis von rund 10:1, also etwa 10 g Bienenwachs auf 100 ml Öl. Mehr Wachs ergibt eine festere Salbe, weniger Wachs eine weichere. Die folgende Übersicht hilft beim Feinjustieren:

Öl : BienenwachsKonsistenzGeeignet für
100 ml : 8 gweich, leicht streichfähigGesicht, empfindliche Hautpartien
100 ml : 10–12 gmittelfest, klassische SalbeHände, Körper, Tiegel für zu Hause
100 ml : 15–20 gfest, fast wie ein BalsamstiftLippen, kleine Dosen für unterwegs

Weil Öle und Wachse unterschiedlich fest werden, lohnt sich die Gelierprobe immer: Ein Tropfen auf einem kalten Löffel zeigt in Sekunden, wie die fertige Salbe wird. Nachbessern lässt sich in beide Richtungen, solange die Masse noch warm und flüssig ist.

10:1
Öl zu Bienenwachs als Richtwert für eine streichfähige Salbe
3–4 Wo.
Dauer des klassischen Kaltauszugs der Blüten
9–12 Mon.
Haltbarkeit bei sauberer, wasserfreier Arbeitsweise

Kalt- oder Warmauszug? Der Unterschied

Um die Inhaltsstoffe der Ringelblume ins Öl zu bringen, gibt es zwei Wege – mit spürbaren Folgen für Zeitaufwand und Haltbarkeit.

Beim Kaltauszug (Mazerat) werden die trockenen Blüten mit Öl bedeckt, das Glas verschlossen und an einen warmen, aber nicht prallsonnigen Ort gestellt. Über drei bis vier Wochen zieht das Öl langsam Farbe und Inhaltsstoffe aus den Blüten; täglich einmal schütteln hilft. Der Kaltauszug ist besonders schonend, verlangt aber vollständig getrocknete Blüten – jede Restfeuchte erhöht das Schimmelrisiko über die lange Standzeit.

Beim Warmauszug werden Blüten und Öl im Wasserbad bei milder Wärme (rund 60–70 °C) über ein bis zwei Stunden erhitzt. Das geht deutlich schneller und liefert die fertige Grundlage am selben Tag. Der Nachteil: Zu grosse Hitze kann empfindliche Pflanzenstoffe angreifen, deshalb sollte das Öl nie kochen. Der Warmauszug ist auch die bessere Wahl, wenn ausnahmsweise frische, kurz angewelkte Blüten verwendet werden.

Haltbarkeit und Hygiene: warum wasserfrei arbeiten

Eine reine Öl-Wachs-Salbe enthält kein Wasser – und das ist ihr grösster Vorteil. Mikroorganismen wie Schimmelpilze und Bakterien brauchen Feuchtigkeit, um sich zu vermehren. Wer wasserfrei arbeitet, macht der Salbe damit von Anfang an das Verderben schwer. Konkret heisst das: nur vollständig getrocknete Blüten verwenden, Gefässe und Tiegel sauber und trocken halten und keinen Wasserdampf ins Öl gelangen lassen.

Unter diesen Bedingungen ist eine selbstgemachte Calendulasalbe rund 9 bis 12 Monate haltbar. Wichtig für die gesamte Lagerdauer: kühl und dunkel aufbewahren und die Salbe nur mit einem sauberen, trockenen Spatel entnehmen, nicht mit dem Finger. Wird die Salbe ranzig, verändert sie Farbe oder Geruch, gehört sie entsorgt. Ein paar Tropfen Vitamin E können die Fette zusätzlich vor dem Ranzigwerden schützen.

Frische oder getrocknete Blüten?

Für den Kaltauszug sind getrocknete Blüten die sichere Wahl: Sie enthalten kaum Wasser und senken so das Schimmelrisiko. Frische Blüten bringen Feuchtigkeit ins Öl und verkürzen die Haltbarkeit. Wer sie dennoch nutzt, lässt sie einen Tag anwelken und bevorzugt den Warmauszug.

Wofür ist Ringelblumensalbe gut?

Die Ringelblume gehört zu den bekanntesten Hautpflegepflanzen der volkstümlichen Kräuterkunde. Traditionell wird sie äusserlich bei leichten Hautreizungen, trockener und rauer Haut sowie zur Pflege kleiner, oberflächlicher Hautschäden verwendet. Der europäische Pflanzenmonografie-Standard führt Ringelblumenzubereitungen als traditionelles Mittel bei leichten Hautentzündungen und zur unterstützenden Pflege kleiner Wunden – ausdrücklich auf Basis langer Erfahrung, nicht als Beleg für eine Heilwirkung.

Auch die Forschung hat sich mit Calendula befasst: Eine systematische Übersicht wertete Tier- und kleinere klinische Studien aus und fand Hinweise auf eine unterstützte Wundheilung, bewertete die Aussagekraft aber als begrenzt. In einer grösseren Studie an Brustkrebs-Patientinnen traten unter einer Calendula-Zubereitung während der Strahlentherapie weniger Hautreaktionen auf als unter einer Vergleichscreme. Solche Ergebnisse betreffen standardisierte Präparate und lassen sich nicht eins zu eins auf eine selbstgemachte Salbe übertragen. Welche Pflanzen sich sonst noch für die eigene Hausapotheke eignen, zeigt der Überblick Heilpflanzen für die Hausapotheke.

Einordnung: was die Studien zeigen

Ringelblume ist vergleichsweise gut untersucht, die Datenlage bleibt aber gemischt. Studien deuten auf eine unterstützende Rolle bei der Hautpflege und Wundheilung hin, doch viele Untersuchungen sind klein oder von begrenzter Qualität. Eine selbstgemachte Salbe kann pflegen und die Haut geschmeidig halten – ein Ersatz für ärztliche Behandlung ist sie nicht.

Wann Sie die Salbe nicht anwenden sollten

So harmlos eine Pflegesalbe wirkt – ein paar Grenzen sind wichtig. Selbstgemachte Ringelblumensalbe gehört nur auf intakte oder leicht gereizte Haut. Auf offene, tiefe oder nässende Wunden sollte sie nicht aufgetragen werden: Eine hausgemachte Salbe ist nicht keimfrei, und solche Wunden brauchen eine fachgerechte, sterile Versorgung.

Zu beachten ist ausserdem die Korbblütler-Allergie. Die Ringelblume gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae), zu der auch Kamille, Beifuss und Arnika zählen. Wer auf eine dieser Pflanzen empfindlich reagiert, kann auch auf Ringelblume mit Kreuzreaktionen antworten. Auch die als Bergblume beliebte Arnika ist ein Korbblütler – im Zweifel empfiehlt sich vorab ein kleiner Hauttest in der Armbeuge.

Pflege, keine Heilaussage

Dieser Beitrag beschreibt ein Pflegerezept zur äusserlichen Anwendung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden, sich verschlimmernden oder stark entzündeten Hautproblemen sowie bei tiefen oder nässenden Wunden ist eine ärztliche Abklärung wichtig. In einem medizinischen Notfall gilt in der Schweiz die Notrufnummer 144.

Wer Freude am Selbermachen gefunden hat, findet mit dem selbst gekochten Thymian-Hustensaft ein weiteres einfaches Rezept aus der Küchen-Kräuterwerkstatt.

Häufige Fragen

Welche Zutaten braucht man für Ringelblumensalbe?

Für die einfachste Variante genügen drei Zutaten: getrocknete Ringelblumenblüten, ein hochwertiges Pflanzenöl (etwa Oliven-, Sonnenblumen- oder Mandelöl) und Bienenwachs. Als Richtwert dienen rund 10 bis 15 g Blüten und 8 bis 12 g Bienenwachs auf 100 ml Öl. Wer möchte, kann einige Tropfen Vitamin E ergänzen, das die Haltbarkeit etwas verlängern kann.

Wofür ist Ringelblumensalbe gut?

Ringelblume wird traditionell äusserlich bei leichten Hautreizungen, trockener oder rauer Haut und zur Pflege bei kleinen, oberflächlichen Hautschäden verwendet. Der europäische Pflanzenmonografie-Standard führt sie als traditionelles Mittel bei leichten Hautentzündungen und zur unterstützenden Pflege kleiner Wunden. Ein Heilversprechen ist damit nicht verbunden; tiefe, stark entzündete oder nässende Wunden gehören in ärztliche Hände.

Wie lange ist selbstgemachte Calendulasalbe haltbar?

Wenn Sie konsequent wasserfrei und sauber arbeiten, hält eine Öl-Wachs-Salbe etwa 9 bis 12 Monate. Voraussetzung sind vollständig getrocknete Blüten, keimarme, trockene Tiegel und eine kühle, dunkle Lagerung. Entnehmen Sie die Salbe nur mit sauberem, trockenem Spatel. Riecht sie ranzig oder verändert sie Farbe und Geruch, gehört sie entsorgt.

Frische oder getrocknete Blüten verwenden?

Für den klassischen Kaltauszug sind getrocknete Blüten die sichere Wahl, weil sie kaum Wasser enthalten und so das Schimmelrisiko senken. Frische Blüten bringen Feuchtigkeit ins Öl, was die Haltbarkeit verkürzt und Schimmel begünstigt. Wer frische Blüten nutzen möchte, lässt sie einen Tag anwelken und bevorzugt den Warmauszug.

Ist Ringelblumensalbe für Babys geeignet?

Bei einer selbstgemachten Salbe ist für Babys und Kleinkinder Zurückhaltung angebracht. Der europäische Monografie-Standard sieht die äusserliche Anwendung von Ringelblumenzubereitungen erst ab 6 Jahren vor. Bei Säuglingen sollte man vorab ärztlichen oder hebammlichen Rat einholen und die Salbe nicht auf wunde oder nässende Haut auftragen.

Quellen & Literatur

  1. European Medicines Agency (HMPC). Calendulae flos – herbal medicinal product monograph. Abgerufen 2026.
  2. Givol O, Kornhaber R, Visentin D, et al. A systematic review of Calendula officinalis extract for wound healing. Wound Repair Regen. 2019;27(5):548–561.
  3. Pommier P, Gomez F, Sunyach MP, et al. Phase III randomized trial of Calendula officinalis compared with trolamine for the prevention of acute dermatitis during irradiation for breast cancer. J Clin Oncol. 2004;22(8):1447–1453.

Angaben zur traditionellen Anwendung nach der Pflanzenmonografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (HMPC); klinische Studien via PubMed.